Als ich die Entscheidung getroffen habe, von Kanada nach Deutschland zu ziehen, dachte ich nicht an die harte Arbeit und Zeit, die ich investieren müsste, um die Sprache zu lernen. Ich habe die Schwierigkeit des Erlernens einer neuen Sprache in meinen Mittzwanzigern völlig unterschätzt. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich zwei neue Sprachen auf einmal lernen würde, geschweige denn drei oder vier.

Seit meinem Umzug nach Deutschland habe ich angefangen, bisher fünf neue Sprachen zu lernen. Ja, du hast es richtig gelesen, FÜNF neue Sprachen. Mit meinem Bachelor of fine Arts mit Schwerpunkt Fotografie (Emily Carr University 2014) war es in Kanada nicht immer einfach, einen dauerhaften und zuverlässigen Job ohne echte Erfahrung vorweg zu finden. Natürlich war ich nervös, dass ich in Deutschland die gleichen Probleme haben würde. Glücklicherweise habe ich nach ein paar Monaten meine Jobsuche mit einem Einstieg als Junior Web Designer bei CAPAHILL beendet.

Obwohl ich Basiskenntnisse sowohl in HTML als auch in CSS besaß, hatte ich keine tiefere Grundlage in allen relevanten Computersprachen, da ich während meines Studiums keine Webdesignkurse nahm. Ich arbeite jetzt seit über einem Jahr bei CAPAHILL und kann ehrlich sagen, dass die Programmierung nicht so schwierig ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Dennoch bin ich immer noch oft verwirrt, frustriert oder erschöpft. Ich wünsche mir oft, dass mein Computer eine Person wäre, mit der ich über meine Probleme in JavaScript oder PHP sprechen könnte. Es wäre toll, wenn ich meinem Computer einfach genau sagen könnte, was er tun soll, wenn ich auf diese spezielle Taste klicke?

Ganz genau so fühlte ich mich, als ich das erste Mal herausgefordert wurde, mein eigenes Modal zu entwerfen. Für die, die mit diesem Begriff nichts anfangen können: ein Modal ist ein Fenster, das auf dem Bildschirm über dem Hauptinhalt der Website erscheint. Meistens muss der Benutzer zuerst auf eine Schaltfläche klicken, die das Modal öffnet. Dies zeigt normalerweise Informationen zu dieser Schaltfläche an und dann kann der Benutzer das Modal schließen. Sehr häufig gibt es auch einen Schließknopf für das Modal, z.B. ein kleines X in der rechten oberen Ecke. Ich habe das kleine X zu meinem Modal hinzugefügt, aber ich wollte auch, dass der Benutzer das Modal schließen kann, indem er einen beliebigen Punkt außerhalb des Fensters klickt und zurück zum Hauptinhalt der Website gelangt.

Diese spezifische Handlung als ganz neuer Coder hat mich sehr gefordert. Wenn ich aber jetzt darauf zurückblicke, erscheint diese Herausforderung relativ leicht – trotz wirklich großer Startschwierigkeiten! Zur Lösung des Problems wandte ich mich an meinen Chef, um mich in die richtige Richtung zu lenken. Denn die Google-Suche nach „how to close modal with click outside of it on screen“ ergab eine breite Palette von verschiedenen Tutorials, aber ich wusste nicht wirklich, wo ich anfangen sollte. Er riet mir, die Klickaktion im HTML Text durch die Verwendung von JavaScript genauer zu untersuchen.

Da ich eine sehr visuelle Person bin, finde ich die JavaScript-Logik extrem herausfordernd. Mein Gehirn kann nicht sofort erkennen, wie man die Funktionen baut, die mir das gewünschte Ergebnis liefern. Also habe ich versucht Schritt für Schritt vorzugehen. Ich war in der Lage, das Modal selbst mit Hilfe von CSS und HTML ziemlich einfach zu bauen. Danach musste ich die Klickbuttons zum Öffnen und Schließen mit JavaScript erstellen. Aufgrund der Beliebtheit und praktischen Anwendung eines „Hamburger Menu“ hatte ich damit zum Glück schon ein wenig Erfahrung.

Abschließend fehlte noch der „outside click“. Es gelang mir, einen „event listener“ hinzuzufügen, der verstehen konnte, wenn der Benutzer irgendwo außerhalb des Modals oder der Schaltfläche X klickt. Dieser Satz war viel einfacher zu tippen als er zu verstehen war… Ich verbrachte viel zu viele Stunden (5+) damit, mein Gehirn zu zermalmen und nach einer Antwort zu suchen, wie man diese spezifische Aktion realisieren kann. Gott sei Dank dem World Wide Web. Die Ressourcen sind endlos. Ich las viele Diskussionen von anderen Menschen, die sehr ähnliche Fragen stellten und konnte letztendlich eingrenzen, was ich tun musste, um mein Ziel zu erreichen.

Offensichtlich ist es immer schwierig, eine Sprache zu lernen. Das Erlernen von Computersprachen könnte jedoch noch ein klein wenig schwieriger sein. Aber es liegt nicht in der Aussprache der Wörter, ob das i vor dem e kommt oder ob die j’s hart oder weich sind. Es geht um die Logik der Sprache und wie man sie am besten nutzen kann, um den Workflow zu optimieren. Die schrittweise Weiterentwicklung, egal wie klein sie auch sein mag, hat dazu beigetragen, dass meine Karriere zu blühen begann. Ich werde mein HTML, CSS, JavaScript, PHP und zu guter Letzt mein Deutsch weiter verbessern. Ich werde mich auch weiterhin daran erinnern, dass das Lernen von Programmiersprachen immer wie eine große und manchmal unmögliche Aufgabe erscheint; aber es ist nicht so schwer, wie ich es mir zunächst vorstellte. Ich muss nur daran denken, es einfach zu halten und jedes Problem Schritt für Schritt durchzuarbeiten.

Im diesem Sinne:
KISS – Keep it simple, stupid!

Du kannst ein ausführliches Tutorial über mein erstes Modal hier lesen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.